Die Finanzkrise von 2008 zeigte, wie schwierig es für Institute und Aufsichtsbehörden war, Engagements gegenüber einzelnen juristischen Personen und Unternehmensgruppen zuverlässig zusammenzuführen. Namen, Anschriften und nationale Registerkennungen reichten für den grenzüberschreitenden Datenabgleich nicht aus.
Als Reaktion darauf beauftragten die G20 den Finanzstabilitätsrat mit Empfehlungen für eine weltweit einheitliche Kennung. Daraus entstand das Global Legal Entity Identifier System (GLEIS). Die 20-stellige LEI-Nummer identifiziert eine juristische Person eindeutig und verweist auf standardisierte Referenzdaten.

Welche Probleme löst der LEI?
Eindeutige Identifizierung
Firmennamen können mehrfach vorkommen, sich ändern oder in verschiedenen Schreibweisen vorliegen. Eine LEI-Nummer bleibt derselben juristischen Person zugeordnet und schafft damit eine stabile Referenz über Systeme und Länder hinweg.
Besserer Datenabgleich
Banken, Unternehmen und Aufsichtsbehörden können Transaktions-, Risiko- und Stammdaten anhand derselben Kennung zusammenführen. Das reduziert Mehrdeutigkeiten und manuelle Zuordnungen.
Transparente Referenzdaten
Der globale LEI-Index beantwortet die Frage „Wer ist wer?“ mit Angaben wie offiziellem Namen, Rechtsform, Anschrift, Rechtsraum und Registrierungsstatus. Gemeldete Beziehungen zu direkten und obersten Muttergesellschaften ergänzen die Frage „Wem gehört wer?“, soweit diese Daten vorliegen.
Unterstützung regulatorischer Prozesse
Zahlreiche Finanzmarktregeln verwenden den LEI für Transaktions- und Risikomeldungen. Ob eine konkrete LEI-Pflicht besteht, hängt jedoch von der Tätigkeit, der Transaktion und dem jeweiligen Rechtsraum ab.
Offene, interoperable Daten
GLEIF stellt die LEI-Daten kostenlos über Suche, API und Dateien bereit. Zertifizierte Zuordnungen verbinden den LEI zudem mit anderen Kennungen, beispielsweise der ISIN.
Was ein LEI nicht leistet
Eine LEI-Nummer ist kein Gütesiegel. Sie bestätigt weder Bonität noch Zahlungsfähigkeit oder Vertrauenswürdigkeit einer Organisation. Sie sorgt dafür, dass eine juristische Person eindeutig identifiziert und ihr Datensatz hinsichtlich Aktualität und Herkunft geprüft werden kann.
Fazit
Der wichtigste Nutzen des LEI liegt in einer gemeinsamen, weltweit lesbaren Organisationskennung. Sie verbessert Datenqualität und Nachvollziehbarkeit überall dort, wo mehrere Institute, Register oder Rechtsräume dieselbe juristische Person identifizieren müssen.
Mehr zur Struktur und den veröffentlichten Daten erfahren Sie unter Was ist eine LEI-Nummer?.