Was ist eine LEI-Nummer?

Mehr über das LEI erfahren Sie in unserem Einführungsvideo.

Was ist eine LEI-Nummer?

Ein Legal Entity Identifier (LEI) ist ein weltweit eindeutiger, 20-stelliger alphanumerischer Code für juristische Personen. Sein Aufbau ist in ISO 17442 festgelegt. Eine LEI-Nummer gehört dauerhaft zu genau einer juristischen Person und wird nicht neu vergeben.

Die LEI-Nummer verknüpft eine Organisation mit öffentlich zugänglichen Referenzdaten. Dazu gehören insbesondere:

  1. der offizielle Name und die Rechtsform,
  2. die eingetragene Anschrift und der Rechtsraum,
  3. der aktuelle Registrierungsstatus,
  4. das Datum der ersten Vergabe und der nächsten Verlängerung,
  5. gemeldete Beziehungen zu direkten oder obersten Muttergesellschaften.

Diese Daten sind im globalen LEI-Index der Global Legal Entity Identifier Foundation (GLEIF) kostenfrei abrufbar. Dadurch können Marktteilnehmer und Aufsichtsbehörden juristische Personen über Ländergrenzen hinweg nach einem einheitlichen Standard identifizieren.

Das globale LEI-System entstand als Reaktion auf die Finanzkrise von 2008. Ziel war es, Gegenparteien und Eigentumsbeziehungen in Finanzmärkten transparenter zu machen und Risiken besser auswerten zu können.

Wer benötigt eine LEI-Nummer?

Ob eine LEI-Nummer erforderlich ist, hängt von der Tätigkeit, dem Markt und den geltenden Vorschriften ab. Häufig benötigen juristische Personen eine aktive LEI-Nummer für:

  • den Handel mit Wertpapieren oder Derivaten,
  • regulatorische Transaktions- und Risikomeldungen,
  • bestimmte Tätigkeiten von Fonds, Banken und anderen Finanzmarktteilnehmern,
  • einzelne grenzüberschreitende Zahlungs- oder Finanzierungsprozesse,
  • die Identifizierung von Gegenparteien in KYC- und Compliance-Verfahren.

Eine allgemeine Pflicht für jedes international tätige Unternehmen besteht nicht. Prüfen Sie deshalb die Regeln, die für Ihre konkrete Transaktion und Ihren Rechtsraum gelten. Unser Überblick zu den LEI-Anforderungen bietet einen ersten Einstieg.

Wer vergibt LEI-Nummern?

LEI-Nummern werden von Local Operating Units (LOUs) vergeben. Diese Vergabestellen werden von der GLEIF akkreditiert und prüfen die Referenzdaten anhand offizieller Register und eingereichter Unterlagen.

LEI-Registrierungsstellen unterstützen Antragsteller bei der Datenerfassung und leiten den Antrag an eine zuständige LOU weiter. Die vergebene LEI-Nummer bleibt auch dann unverändert, wenn das Unternehmen später zu einer anderen LOU oder einem anderen Dienstanbieter wechselt.

Wozu dient eine LEI-Nummer?

Die LEI-Nummer schafft eine gemeinsame Referenz für juristische Personen. Sie unterstützt:

  • die eindeutige Identifizierung von Vertragspartnern,
  • konsistente regulatorische Meldungen,
  • den Abgleich von Daten aus verschiedenen Registern und Märkten,
  • die Prüfung von Eigentumsbeziehungen, soweit diese gemeldet sind,
  • effizientere KYC-, Onboarding- und Risikoprozesse.

Eine LEI-Nummer ist kein Gütesiegel und bestätigt nicht automatisch die Bonität eines Unternehmens. Sie zeigt, welcher juristischen Person ein Datensatz zugeordnet ist und wie aktuell dessen Referenzdaten sind.

Wie beantrage ich eine LEI-Nummer?

Für den Antrag benötigen Sie die offiziellen Unternehmensdaten und die Kontaktdaten einer vertretungsberechtigten Person. Je nach Registerlage können zusätzliche Nachweise, etwa eine Vollmacht oder Unterlagen zu Muttergesellschaften, erforderlich sein.

Nach erfolgreicher Prüfung vergibt die LOU die LEI-Nummer und veröffentlicht den Datensatz im globalen LEI-Index. Die Referenzdaten müssen anschließend jährlich geprüft und die LEI-Nummer verlängert werden, damit ihr Status aktiv bleibt.

Sie können die LEI-Nummer online beantragen.